Was ist der Unterschied zwischen OPITO HERTOL und HERTM?

Wenn Sie in der Offshore-Branche tätig sind, sind Ihnen bei der Recherche zu den erforderlichen Sicherheitszertifizierungen wahrscheinlich schon die Begriffe HERTOL und HERTM begegnet. Beide fallen unter das OPITO-Schulungsrahmenwerk für Hubschrauber-Notfallmaßnahmen, dienen jedoch unterschiedlichen Zwecken und richten sich an verschiedene Berufsgruppen. Wenn Sie wissen, welche Zertifizierung Sie benötigen und warum, können Sie Zeit sparen und sicherstellen, dass Sie vor Ihrem nächsten Offshore-Einsatz alle Vorschriften erfüllen.

Was sind OPITO HERTOL und HERTM?

OPITO HERTOL und HERTM sind zwei unterschiedliche Ausbildungsstandards für den Notfallumgang bei Hubschrauberunfällen über Wasser, die von OPITO, der globalen Kompetenzorganisation für die Energiebranche, entwickelt wurden. Beide Kurse bereiten Fachkräfte im Offshore-Bereich darauf vor, im Falle eines Hubschrauberunfalls über Wasser effektiv zu reagieren, sind jedoch für unterschiedliche Rollen und Einsatzkontexte konzipiert.

HERTOL steht für „Helicopter Emergency Response Training for Offshore Locations“ (Hubschrauber-Notfalltraining für Offshore-Standorte). Es handelt sich um einen Rezertifizierungsstandard für Fachkräfte, die ihre Ausbildung zur Flucht aus einem Hubschrauber unter Wasser erneuern müssen, nachdem sie einen Grundkurs wie BOSIET oder HUET absolviert haben.

HERTM steht für „Helicopter Emergency Response Training for Managers“ (Notfalltraining für Führungskräfte im Hubschrauberbereich). Dieser Standard richtet sich speziell an Mitarbeiter in Führungs- oder Leitungspositionen, die mit dem Hubschrauber zu Offshore-Standorten reisen und deren Aufgaben ein besonderes Maß an Notfallbewusstsein und Reaktionsfähigkeit erfordern.

Beide Standards sind Teil des übergreifenden OPITO-Kursrahmens für HUET, FOET und BOSIET und genießen internationale Anerkennung in der Öl-, Gas- und Energiebranche.

Was ist der Hauptunterschied zwischen HERTOL und HERTM?

Der wesentliche Unterschied zwischen HERTOL und HERTM liegt in der Zielgruppe und dem Umfang der Schulungsinhalte. HERTOL ist ein Auffrischungskurs für operative Offshore-Mitarbeiter, während HERTM auf Führungskräfte und Vorgesetzte zugeschnitten ist, die zwar auf Offshore-Anlagen tätig sind, aber nicht in erster Linie zur operativen Besatzung gehören.

In der Praxis bedeutet das:

  • HERTOL konzentriert sich auf die Auffrischung praktischer Überlebens- und Fluchtfähigkeiten, darunter Unterwasser-Fluchttechniken und den Umgang mit Notfall-Atemsystemen
  • HERTM legt größeren Wert auf Situationsbewusstsein, Führungsaufgaben in Notfällen und Entscheidungsfindung unter Druck
  • HERTOL ist in der Regel von kürzerer Dauer und in seinen praktischen Teilen körperlich anspruchsvoller.
  • HERTM ist so konzipiert, dass es Fachkräften gerecht wird, die möglicherweise nur selten auf Offshore-Anlagen im Einsatz sind und deren Haupttätigkeit nicht im operativen Bereich liegt

Beide Kurse entsprechen den OPITO-Standards und führen zu einem anerkannten Zertifikat; die Wahl des falschen Kurses könnte jedoch dazu führen, dass Ihr Zertifikat von Ihrem Arbeitgeber oder dem Betreiber der Anlage nicht akzeptiert wird.

Wer sollte HERTOL einnehmen und wer HERTM?

HERTOL ist für Offshore-Mitarbeiter vorgeschrieben, die regelmäßig mit dem Hubschrauber zu Offshore-Anlagen fliegen und deren Erstzertifizierung, wie beispielsweise BOSIET oder HUET, abgelaufen ist oder deren Verlängerungstermin bald bevorsteht. Dazu gehören Techniker, Ingenieure, Deckspersonal und andere Fachkräfte aus den Bereichen Öl, Gas und Windenergie.

HERTM richtet sich an Manager, Führungskräfte und Aufsichtspersonal, die mit dem Hubschrauber zu Offshore-Standorten reisen, dort jedoch keine operativen Aufgaben ausüben. Beispiele hierfür sind:

  1. Führungskräfte, die Offshore-Anlagen zu Inspektions- oder Auditzwecken besuchen
  2. Projektmanager, die Offshore-Betriebe leiten
  3. Beauftragte für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE) in leitenden Funktionen
  4. Führungskräfte oder Kundenvertreter, die Besichtigungen vor Ort durchführen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Kurs für Ihre Position in Frage kommt, sollten Sie sich vor der Buchung am besten bei Ihrem Arbeitgeber, dem Anlagenbetreiber oder dem beauftragten Unternehmen erkundigen. Die Anforderungen können je nach Betreiber sowie je nach Region oder Projekt variieren.

Was wird in den einzelnen Kursen konkret behandelt?

Sowohl HERTOL als auch HERTM behandeln die grundlegenden Sicherheitsprinzipien für Hubschrauber, doch unterscheiden sich die praktischen Inhalte hinsichtlich Schwerpunkt und Intensität. HERTOL umfasst eine umfassende Auffrischung der Techniken zur Flucht aus einem untergetauchten Hubschrauber, den Einsatz von Druckluft-Notatemsystemen (CA-EBS) sowie Überlebensmaßnahmen im Wasser. Die Teilnehmer üben die Flucht aus einem untergetauchten und auf dem Rücken liegenden Hubschraubersimulator.

HERTM umfasst auch eine Einführung in die Sicherheit im Hubschrauber und in Notfallmaßnahmen, doch die praktischen Übungen im Wasser wurden angepasst, um der geringeren Häufigkeit von Offshore-Einsätzen bei dieser Gruppe Rechnung zu tragen. Der Kurs legt größeren Wert auf:

  • Die Rollen und Pflichten der Fahrgäste in Notfällen verstehen
  • Effektive Kommunikation und Koordination mit den Besatzungsmitgliedern
  • Kenntnisse über Sicherheitsunterweisungen für Hubschrauber und Vorflugkontrollen
  • Grundlegende Selbstrettungsfähigkeiten, die dem Führungskontext angemessen sind

Beide Kurse werden von qualifizierten, von OPITO zertifizierten Ausbildern mit praktischer Offshore-Erfahrung durchgeführt, wodurch sichergestellt wird, dass die Schulung praxisorientiert ist und einen direkten Bezug zu realen Notfallsituationen aufweist.

Wie lange sind HERTOL- und HERTM-Zertifikate gültig?

HERTOL-Zertifikate sind ab dem Datum des Abschlusses vier Jahre lang gültig. Nach Ablauf dieser Frist müssen Fachkräfte einen weiteren HERTOL-Auffrischungskurs absolvieren, um ihre Zertifizierung aufrechtzuerhalten und weiterhin offshore arbeiten zu können. Dieser Vierjahreszyklus entspricht der Verlängerungsstruktur, die bei den meisten OPITO-Sicherheitszertifizierungen für den Offshore-Bereich angewendet wird.

HERTM-Zertifikate sind ebenfalls vier Jahre lang gültig. Da HERTM jedoch für Personal konzipiert ist, das seltener auf Offshore-Anlagen tätig ist, können einige Betreiber spezifische Anforderungen daran stellen, wie lange die Erlangung des Zertifikats vor einem Besuch zurückliegen darf. Es ist stets ratsam, die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage oder des jeweiligen Projekts, an dem Sie arbeiten, zu überprüfen.

Es ist wichtig, das Ablaufdatum Ihres Zertifikats im Auge zu behalten. Wenn Sie mit einem abgelaufenen Zertifikat an einem Hubschrauberlandeplatz eintreffen, kann dies dazu führen, dass Ihnen die Reise verweigert wird und Sie eine Einsatzmöglichkeit verpassen.

Wo kann man eine HERTOL- oder HERTM-Schulung absolvieren?

Die HERTOL- und HERTM-Schulungen müssen in einem von OPITO zugelassenen Schulungszentrum absolviert werden. Diese Zentren sind berechtigt, die Kurse gemäß den strengen Standards von OPITO durchzuführen und nach erfolgreichem Abschluss anerkannte Zertifikate auszustellen.

Schulungszentren, die Offshore-Schulungen anbieten, befinden sich an wichtigen Energiezentren weltweit, darunter in den Niederlanden, im Vereinigten Königreich, in Norwegen und in anderen Regionen mit bedeutender Offshore-Aktivität. Bei der Auswahl eines Schulungsanbieters sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Lage und Nähe zu Ihrem Abfahrtsort oder Ihrem Ausgangspunkt
  • Kursangebot und Flexibilität bei der Zeitplanung
  • Ob das Zentrum OPITO-zugelassen und akkreditiert ist
  • Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen

Viele Fachkräfte bevorzugen Schulungszentren in der Nähe von Flughäfen oder großen Häfen, damit sie ihre Zertifizierung bequem abschließen können, bevor sie zu einem Projektstandort reisen.

Wie FMTC Safety Sie bei den HERTOL- und HERTM-Schulungen unterstützt

Wir bei FMTC Safety sind ein von OPITO anerkannter Schulungsanbieter mit umfassender Erfahrung in der Durchführung von Schulungen im Bereich Hubschrauber-Notfallhilfe (HERTOL) für Offshore-Fachkräfte weltweit. Ganz gleich, ob Sie eine HERTOL-Schulung zur Verlängerung Ihrer bestehenden Zertifizierung benötigen oder als Führungskraft eine HERTM-Schulung zur Vorbereitung auf einen Offshore-Besuch – wir bieten flexible, praxisorientierte und vollständig akkreditierte Schulungsoptionen an.

Das macht das Training bei uns so unkompliziert:

  • Die Kurse finden garantiert statt, auch bei geringer Teilnehmerzahl.
  • Kostenlose Stornierung oder Terminverschiebung bis zu 24 Stunden vor Kursbeginn
  • Schulungsorte in der Nähe von Flughäfen und Industriezentren für maximalen Komfort
  • Qualifizierte Ausbilder mit echter Offshore-Erfahrung, die die Schulungen praxisnah und relevant gestalten
  • Eine 5-Sterne-Bewertung auf Trustpilot basierend auf fast 3.000 Bewertungen

Sind Sie bereit, Ihre HERTOL- oder HERTM-Schulung zu buchen? Nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf oder stöbern Sie in unserem Angebot an OPITO-Kursen für Hubschrauber-Notfallmaßnahmen und finden Sie einen Termin und einen Ort, die zu Ihnen passen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich an HERTM teilnehmen, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich als „Führungskraft“ gelte?

Die Unterscheidung hängt nicht immer von Ihrer Berufsbezeichnung ab, sondern von Ihrer Funktion und der Häufigkeit Ihrer Auslandsreisen. Wenn Sie gelegentlich in leitender, beratender oder repräsentativer Funktion ins Ausland reisen, anstatt praktische operative Aufgaben zu übernehmen, ist HERTM wahrscheinlich der richtige Kurs für Sie. Am sichersten ist es jedoch, sich vor der Buchung bei Ihrem Arbeitgeber oder dem Betreiber der Anlage zu erkundigen, da die Anforderungen je nach Unternehmen und Region variieren können.

Was passiert, wenn ich versehentlich den falschen Kurs absolviere – zum Beispiel HERTM, obwohl ich eigentlich HERTOL gebraucht hätte?

Wenn Sie leider den falschen Kurs absolvieren, wird Ihr Zertifikat möglicherweise von Ihrem Arbeitgeber oder dem Betreiber der Anlage nicht anerkannt, und Sie müssten den richtigen Kurs absolvieren, bevor Sie offshore arbeiten dürfen. Deshalb ist es so wichtig, Ihre Anforderungen im Voraus zu klären. Wenden Sie sich an Ihre Personalabteilung, Ihren Offshore-Koordinator oder direkt an den Betreiber, um zu klären, welcher Standard für Ihre konkrete Position und Ihr Projekt gilt.

Muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen oder eine vorherige Schulung absolvieren, bevor ich an HERTOL oder HERTM teilnehmen kann?

Für den HERTOL-Kurs müssen Sie zuvor einen Einführungskurs zur Unterwasserflucht aus Hubschraubern wie BOSIET oder HUET absolviert haben, da es sich bei HERTOL um einen Auffrischungskurs und nicht um eine Einstiegsqualifikation handelt. Der HERTM-Kurs hingegen richtet sich an Führungskräfte und leitende Angestellte, die möglicherweise keine praktische Offshore-Erfahrung haben, sodass in der Regel keine vorherige operative Ausbildung erforderlich ist. Erkundigen Sie sich vor der Anmeldung stets bei dem von Ihnen gewählten Schulungsanbieter, um die spezifischen Zugangsvoraussetzungen zu klären.

Wie weit im Voraus sollte ich meinen HERTOL- oder HERTM-Kurs buchen, bevor mein Zertifikat abläuft?

Es wird dringend empfohlen, Ihren Auffrischungskurs mindestens vier bis sechs Wochen vor Ablauf Ihres Zertifikats zu buchen, um Kursverfügbarkeit, Terminüberschneidungen oder unerwartete Absagen zu berücksichtigen. Wenn Sie bis zur letzten Minute warten, riskieren Sie, dass Ihr Zertifikat abläuft, was Sie daran hindern würde, auf See zu fahren, bis ein neues ausgestellt wird. Wenn Sie sich drei Monate vor Ihrem Ablaufdatum eine Kalendererinnerung einrichten, haben Sie ausreichend Zeit, einen passenden Kurstermin und -ort zu finden.

Ist der Hubschraubersimulator, der bei der HERTOL-Ausbildung zum Einsatz kommt, derselbe wie im BOSIET- oder HUET-Grundkurs?

Ja, HERTOL verwendet denselben Typ von Hubschrauber-Unterwasser-Fluchtsimulator (allgemein als „Dunker“ bekannt) wie in Einführungskursen wie BOSIET und HUET, da das Ziel darin besteht, die ursprünglich erworbenen praktischen Fähigkeiten aufzufrischen und aufrechtzuerhalten. Die Szenarien und Übungen mögen beim zweiten Mal vertrauter erscheinen, doch die körperlichen Anforderungen sind vergleichbar. Die Ausbilder verfügen über umfangreiche Erfahrung darin, Teilnehmer aller Fitnessstufen sicher und professionell durch die Wasserübungen zu begleiten.

Ist mein HERTOL- oder HERTM-Zertifikat bei verschiedenen Betreibern und in verschiedenen Regionen gültig, oder ist es standortspezifisch?

Die OPITO-zertifizierten HERTOL- und HERTM-Zertifikate sind international anerkannt und werden weltweit in der Öl-, Gas- und Energiebranche akzeptiert, was bedeutet, dass sie nicht an einen bestimmten Betreiber oder eine bestimmte Anlage gebunden sind. Allerdings können einzelne Betreiber oder bestimmte Regionen über die Standard-OPITO-Zertifizierung hinaus zusätzliche Anforderungen stellen, wie beispielsweise betreiberspezifische Einarbeitungsschulungen. Klären Sie stets mit dem jeweiligen Betreiber oder dem beauftragenden Unternehmen ab, ob für Ihren Einsatz zusätzliche Anforderungen gelten.

Was sollte ich mitbringen oder vorbereiten, bevor ich an meinem HERTOL- oder HERTM-Schulungstag teilnehme?

Für den HERTOL-Kurs sollten Sie Ihre bestehenden OPITO-Zertifikate, einen gültigen Lichtbildausweis sowie bequeme Kleidung mitbringen, die für praktische Übungen im Schwimmbecken geeignet ist, da der Kurs Aktivitäten im Wasser umfasst. Für den HERTM-Kurs ist praktische Kleidung ebenfalls empfehlenswert, auch wenn die Wasserübungen weniger intensiv sind. Bei beiden Kursen kann es erforderlich sein, dass Sie vorab ein Formular zur medizinischen Selbsterklärung ausfüllen müssen. Erkundigen Sie sich daher bitte im Voraus bei Ihrem Schulungsanbieter, falls Sie gesundheitliche Einschränkungen haben, die die Teilnahme an den Wasserübungen beeinträchtigen könnten.

von Joeri
18. Juni 2026